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aktuell 29.07.2007 EntwicklungspsychologieWas ist Entwicklung? Eine typische Unterteilung in der Entwicklungspsychologie ist die in: Gegenstand der Entwicklungspsychologie, Grundlagen, pränatale Entwicklung, das Neugeborene, die frühe Kindheit, das Vorschulalter, die Schulkindzeit, das Jugendalter bzw. Adoleszenz, das Erwachsenenalter bzw. die Lebensmitte und das höhere Lebensalter wie man sie z.B. bei Mietzel, Rossmann und Zimbardo findet. Die klassischen Theorien enden bei Erreichen des Erwachsenenalters, tatsächlich jedoch schreitet Entwicklung fort. Es gibt kein Ende in der Entwicklung.
Schaut man sich nun ein bestimmtes Lebensalter an, so gibt es verschiedene Aspekte, unter denen man Entwicklung betrachtet. Rossmann (1996) z.B. unterscheidet für das Kindes- und Jugendalter körperliche, kognitive und sozial-emotionale Entwicklung. Dies ist nur eine Art des Herangehens. Jean Piaget, einer der bekanntesten und einflussreichsten Entwicklungspsychologen neben z.B. Freud und E. Erikson, entwickelte eine Theorie der kognitiven Stadien, wählte also den kognitiven Aspekt (geistig, die Erkenntnis betreffend) als Oberthema. Gegenstand der EntwicklungspsychologieWie und wann entstehen menschliches Verhalten und Erleben - und wie verändert es sich im Laufe der Zeit? Was ist typisch? Z.B. lernen afrikanische Kinder früher laufen als europäische oder amerikanische. Ist das genetisch bedingt? Tatsächlich ist es das nicht, was aber dann? Entwicklungpsychologen versuchen Bedingungen festzustellen und anzugeben "unter denen bestimmte Entwicklungsverläufe mit größerer Wahrscheinlichkeit als unter anderen zu erwarten sind." (Mietzel, S. 1)
Historische Anfänge der Entwicklungspsychologie"Bereits von den Philosophen der Antike wurde beispielsweise der Lebenslauf des Menschen in verschiedene Phasen eingeteilt." (Rossmann, 1996, S. 15) Die ersten für die heutige Entwicklungspsychologie relevanten Einflüsse stammen jedoch aus dem 17. / 18. Jahrhundert.
Erst um die Jahrhundertwende 19. ⁄ 20. Jh. etablierte sich die Psychologie als eigenständige Wissenschaft. 1884 wurde G. Stanley Hall erster Professor für Psychologie an einer amerikanischen Universität. Kinder- und entwicklungspsychologische Forschung stand zu Anfang im Zentrum des Interesses. Im Laufe der Zeit wurde die Entwicklungspsychologie jedoch immer differenzierter, "sodaß heute einheitliche Theorien für das gesamte Entwicklungsgeschehen oder große theoretische Entwürfe, wie sie noch zu Freuds Zeiten möglich schienen, praktisch nicht mehr haltbar sind." (Rossmann, 1996, S. 17) Die Schwierigkeit, die sich aus den unterschiedlichen Vorstellungen ergab und immer wieder ergibt, ist, dass je nach der eigenen Überzeugung (Sichtweisen) Empfehlungen gegeben werden, um Entwicklung zu fördern. So treten entsprechend bei "der Beantwortung der Frage, welche Entwicklungen als wünschenswert zu gelten haben und welche nicht ... erhebliche Auffassungsunterschiede zutage." (Mietzel 1997, S. 10) Anlage oder Umwelt?"Beruht die psychische Entwicklung vorwiegend auf biologischen Reifungsprozessen, die sich naturgegeben, von innen heraus, entfalten oder sind dabei äußere Einflüsse und Anregungen, Lern- und Sozialisationsprozesse das wirklich Wichtige?" (Rossmann 1996, S. 29) Während sich im Laufe der Zeit verschiedene milieuoptimistische (Umwelt formt den Menschen) und milieupessimistische (Umwelt formt den Menschen nicht oder schadet nur) Theorien entwickelt haben, hat sich inzwischen gezeigt, dass es hier nicht um ein Entweder-Oder geht, sondern um die Frage der Gewichtung. Sowohl die Anlagen sind wichtig als auch die Umwelt (vgl. Konvergenztheorie). Der Mensch bringt viele Anlagen mit, die sich aber praktisch nur entwickeln, wenn sie in einem gewissen Alter durch Umweltreize stimuliert werden. Dazu gehört die Sehfähigkeit. "Sehleistungen, die sich bis … zum 7. Lebensjahr … nicht entwickelt haben, können später nicht mehr erworben werden." (Rossmann 1996, S. 30) Die entsprechende (Neuro-)Physiologie wird durch die Anforderungen von außen (Umwelt) erst ausgebildet. Ein anderes Beispiel. Seit Mary Shirley wurden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, in welchem Alter krabbeln, stehen, laufen lernen. Mit fortschreitenden Untersuchungen stellte sich heraus, dass das unterschiedliche Alter, in dem amerikanische Kinder und solche aus Uganda laufen lernen nicht genetisch bedingt ist. Letztere laufen bereits mit 10 Monaten. Aber wenn in einer amerikanischen oder europäischen Familie aufwachsen lernen sie es später (vgl. Mietzel 1997, S. 109). Während der Einfluss von Anlage und Umwelt bei der Sehfähigkeit oder dem Erlernen des Laufens - also physiologischen Themen - noch relativ leicht zu untersuchen ist, wird dies bei psychologischen Themen deutlich schwieriger. Für diejenigen, die sich etwas in das Thema Anlagen vertiefen möchten, hier ein kleiner (!) Ausflug in die Genetik. Weiter mit der Entwicklung bis zur Geburt. |